Sunday , May 16 2021

Grippe: Zahl der Infektionen steigt



Gesundheit –

Die Grippewelle nimmt an Fahrt auf. Seit der 2. Kalenderwoche im Januar registriert das Robert-Koch-Institut immer mehr Infektionen. In der vierten Kalenderwoche waren es mit über 4.000 bestätigten Fällen fast doppelt so viele wie in der Woche zuvor. Wie Unternehmer und Beschäftigte sich am besten schützen können.

Die Grippesaison des Winters 2017/18 war eine der stärksten der vergangenen Jahre. In der schlimmsten, der achten Kalenderwoche, hatten pro 100,000 Einwohner knapp 3.000 Menschen mit Grippesymptomen den Arzt besucht. Das war der höchste Konsultationswert in den vergangenen zehn Saisons. Insgesamt gingen rund neun Millionen wegen Grippesymptomen zum Arzt, das sind zwei Millionen mehr als in anderen starken Grippesaisons. Allein in der achten Kalenderwoche kamen über 37,000 neue Grippefälle hinzu, in der neunten Woche fast 44.000 Fälle.

Im Vergleich dazu sind die aktuellen Zahlen noch relativ niedrig, das Robert-Koch-Institut spricht von einer niedrigen Aktivität.
   Fur die gesamte Grippesaison 2018/2019 gab es bisher 10.670 bestätigte Influenzafälle
   in Deutschland. Knapp 750 Menschen mussten aufgrund ihrer starken Beschwerden ins
   Krankenhaus, 27 Betroffene starben infolge der Infektion. Am stärksten betroffen sind
   bisher die Altersgruppen der 2- bis 4-Jährigen, gefolgt von der Altersgruppe der 35-
   bis 59-Jährigen – also von Menschen, die im arbeitsfähigen Alter sind.

Grippeimpfung für gefährdete Gruppen

Einen absoluten Schutz vor Grippe gibt es nicht. Medizin empfehlen besonders anfälligen
   Gruppen, sich vorab impfen zu lassen – aber auch jetzt sei eine Grippeschutzimpfung
   noch sinnvoll, informiert die Barmer. Als Risikogruppen gelten chronisch Erkrankte,
   Senioren, Berufstätige in Gesundheitsberufen sowie alle Betreuer von Risikopatienten. Der composing Zeitpunkt für eine Impfung sind laut Behörden und Medizinern die Monate
   Oktober und November, weil so der Impfstoff noch Zeit hat, zu wirken, bevor die eigentliche
   Grippewelle anrollt. Im Schnitt dauert es 14 Tage, bis ein Impfschutz aufgebaut ist.

Allerdings: Auch wer geimpft ist, hat keine absolute Sicherheit. Der letztjährige Dreifach-Impfstoff – er schützte vor drei verschiedenen Influenza-Stämmen – enthielt ausgerechnet den Wirkstoff nicht, der gegen den 2017/18 am häufigsten auftretenden
   Influenza-Stamm wirkt (B-Viren der Yamagata-Linie). "Dabei wär ein breiter wirksamer Impfstoff verfügbar gewesen, der diese Lücke nicht
   aufgewiesen hätte, allerdings wurde dieser von den Krankenkassen nicht erstattet ",
   kritisierte Professor Dr. Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie der Medzinischen
   Hochschule Hannover (MHH). Nur im teureren Vierfach-Impfstoff war der Wirkstoff gegen die Haupterreger der diesjährigen Influenza enthalten.

Für die Grippesaison 2018/19 übernehmen die Krankenkassen auf Empfehlung des Robert-Koch-Instituts
aber die Kosten für einen Vierfachimpfstoff. Folgende Erreger sollen laut Paul-Ehrlich-Institut damit abgedeckt werden:

  • A / Michigan / 45/2015 (H1N1) pdm09- ähnlicher Stamm
  • A / Singapore / INFIMH-16-0019 / 2016 (H3N2) – ähnlicher Stamm
  • B / Colorado / 06 / 2017- ähnlicher Stamm (B / Victoria / 2/87-Linie)
  • eine Variante von B / Phuket / 3073/2013 – ähnlicher Stamm (B / Yamagata / 16/88-Linie)

Eine wissenschaftliche Darstellung der Wirksamkeit der Impfung in dieser Saison steht
   bei Eurosurveillance.

Hände waschen und Abstand halten

Für alle Menschen, egal ob geimpft oder nicht, gilt, dass der beste Schutz Vorsicht
   ist. Influenza wird beim Sprechen, Niesen oder direktem Kontakt durch Tröpfcheninfektion übertragen. "Da sich das Grippevirus vor allem durch Husten
   und Niesen verbreitet, ist es ratsam, von Erkrankten möglichst eineinhalb bis zwei
   Meter Abstand zu halten ", sagt Ursula Marschall, leitende Medizinin bei der Barmer.
   Um eine indirekte Übertragung zu vermeiden, solle man sich regelmäßig die Hände waschen
   und möglichst wenig ins Gesicht fassen. Schließlich könne man mit den Viren in Kontakt
   kommen, indem man eine erkrankte Person mit Handschlag begrüße oder einen Gegenstand
   berühre, den sie zuvor angefasst habe. "Regelmäßiges Händewaschen ist zur Vermeidung
   einer Influenza auch deshalb so wichtig, weil eine Person bereits dann ansteckend
   sein kann, wenn sie noch keine Symptome zeigt ", sagt Marschall.

Grippeimpfung

Zeitpunkt: Der composing Zeitpunkt für eine Grippeimpfung ist im Oktober und November.

Schutzaufbau: Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Schutz vollständig aufgebaut
      ist.

Risikogruppen: Besonders für Risikogruppen wie Schwangere, Ältere über 60 Jahren oder Personen mit
      chronischen Erkrankungen kann die Grippe zu einem gesundheitlichen Risiko werden.
      Ihnen sowie Gesundheitsberufen und allen Betreuern von Risikopatienten wird deshalb
      die Grippeimpfung empfohlen. Außerdem sollten sich alle Personen schützen, die durch
      Kontakt zu vielen Personen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben oder die gefährdete
      Personen in ihrem nahen Umfeld anstecken könnten.

Grippeviren verändern sich laufend

Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit, sind die Impfquoten niedriger, als es Mediziner sich wünschen. Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen
   zeigen, dass sich in der Saison 2015/16 nur 35 Prozent der Über-60-Jährigen impfen
   ließen. Wie die Bundesvereinigung der deutschen Apothekenverbände meldet, haben sich in der
   letztjährigen Grippesaison 12,4 Millionen Menschen in Deutschland impfen lassen, exakt gleich viele,
   wie in der Vorsaison.

Tatsächlich kann eine Impfung nur dann greifen, wenn sie jedes Jahr aufs Neue gemacht
   wird, weil die Grippeviren sich laufend verändern. Für jede Grippesaison entwickeln Medizin und Pharmakologen neue Wirkstoffkombinationen.
   Im Normalfall sind die Impfstoffe dann zu 40 bis 60 Prozent effektiv. Die Impfwirkung
   hängt davon ab, wie gut das Immunsystem reagiert, vor allem aber davon, wie genau
   der Impfstoff auf die kursierenden Viren passt. In der Saison 2015/16 lag die Effektivität
   niedriger als sonst, das heißt: Mehr Geimpfte als sonst erkrankten. Der Impfstoff
   der vergangenen Grippesaison war für alle Altersgruppen zu 41 Prozent effektiv, mit
   Effener geringen Effektivität bei Senioren.

Eine List der zugelassen Impfstoffe steht hier.


Grippewelle

Grippe: Plötzlich schwer crank

Die Symptom der Grippe kommen viel plötzlicher als die einer Erkältung. Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Tagen sind sie sofort in aller Heftigkeit
   da. Trockener Husten, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und hohes Fieber sind bei manchen Patienten so schwer, dass sie ins Krankenhaus müssen. In der diesjährigen Grippesaison waren gerade auch Erwachsene im Alter zwischen 35
   und 59 Jahren – also in den meisten Fällen Berufstätige – überdurchschnittlich stark
   betroffen

Je stärker die Symptome, desto mehr potenziell ansteckende Grippen der scheidet der
   Erkrankte auch aus; zu Beginn der Krankheit also am meisten, im Verlauf immer weniger.
   Im Schnitt sind Erkrankte vier bis sieben Tage lang ansteckend.

Grippe (Influenza) Erkältung (grippaler Infekt)
Krankheitsbeginn plötzlich, mit starken Beschwerden schleichender Beginn, zunehmende Verschlechterung
Fieber oft zwischen 38 und 41 Grad Celsius leicht erhöhte Temperatur
Husten meist schmerzender, trockener Reizhusten direkt zu Beginn eher schleimiger Husten, oft reizlos
Schnupfen verstopfte und / oder laufende Nase häufiges Niesen, verstopfte und / oder laufende Nase – kündigen Erkältung meist an
Schmerzen starke, bohrende Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen punktuell Kopf- und Gliederschmerzen möglich
Müdigkeit starke Abgeschlagenheit, Schwächegefühl Mattheitsgefühl
Appetite Appetitlosigkeit Appetit meist noch vorhanden
Saison Dezember bis April ganzjährig, keine Grippefälle im Umfeld
Erreger Influenza-Viren mehr als 200 verschiedene Erreger

Quelle: AOK, Die Gesundheitskasse in Hessen

Eine "echte" Grippe, die durch Influenza-Viren ausgelöst wird, lässt sich durch einen Bluttest nachweisen. Diese Viren infizieren, anders als bei einer Erkältung, nicht
   nur die oberen, sondern auch die unteren Atemwege. Bei einer Erkrankung kann der Arzt
   zwar die Symptome lindern, doch die einzig wirksame Bekämpfung muss vorab als Prophylaxe stattfinden. Antibiotika wirken bei Virusinfektionen nicht und sind sogar kontraprodukiv.

Parallel zoom Grippegeschehen haben Mediziner der Medizinischen Hochschule Hannover
   (MHH) einen deutlichen Anstieg der Herzinfarktraten festgestellt. Ab Jahresanfang habe die MHH 92 Herzinfarktpatienten behandelt, in grippefreien Monaten
   seien es nur 40, teilte die MHH für die vergangene Grippesaison mit. Dass Grippe einen
   Herzinfarkt auslösen kann, bestätigt auch eine Fall-Controll-Studie im New England Journal of Medicine. Demnach stieg das Herzinfarktrisiko während der ersten sieben Krankheitstage um das
   sechsfache. Besonders gefährlich seien Infektionen mit Influenzaviren vom Typ B.

Eine Erkältung ist keine Grippe

Immer noch spricht der Volksmund auch dann von einer Grippe, wenn lediglich ein grippaler Infekt oder eine Erkältung gemeint ist. Doch hier genège meist ein paar Tage Ruhe und leichte Mittel zur Symptomlinderung, um schnell wieder fit zu sein.

Aber auch hier kann man Fehler machen, warnt die Barmer. Abschwellend wirkende Nasensprays
   sind demnach zwar kurzfristig sinnvoll, weil sie die Nasennebenhöhlen besser belüften
   und so helfen, Entzündungen vorzubeugen. Wer allerdings länger als sieben bis zehn
   Tage sprüht, schadet seinen Schleimhäuten. Diese verlernen, sich von allein wieder
   zusammenzuziehen, eine Abhängigkeit entsteht.

Wer längerfristig Unterstützung gegen Schnupfen benötigt, sollte lieber auf isotone
   oder hypertone Sprays auf Salzbasis zurückgreifen. Isotone Sprays wirken zwar nicht
   abschwellend, aber sie befeuchten die Nasenschleimhäute, wodurch sich Krankheitserreger
   schwerer festsetzen können. Hypertone Salz-Nasensprays enthalten eine höhere Salzkonzentration
   als isotone Sprays. Sie wirken leicht abschwellend, indem sie der Nasenschleimhaut
   überschüssiges Wasser entziehen. Beide können dauerhaft angewendet werden.

Vogelgrippe, Menschengrippe und grippaler Infekt

Parallell zur "Menschengrippe" verläuft auch immer die Vogelgrippe. Denn auch hier
   können sich die Erreger wegen der niedrigeren Temperature und und höheren Feuchtigkeit
   besser verbreiten. Durch den Vogelzug kommen außerdem mehr Wildvögel an den Rastplätzen
   zusammen, was eine Ansteckung wahrscheinlicher macht.

Myth 92 Ausbrüchen in Geflügelhaltungen und Zoos hatte Deutschland 2016/2017 die größte
   jemals dokumentierte Serie von Infektionen erlebt. Im darauffolgenden Winter wurde
   der Erreger ebenfalls nachgewiesen, allerdings deutlich seltener als im Vorjahr. In
   der aktuellen Saison wurden nach einem Vogelgrippe-Ausbruch Anfang September in einem
   Geflügelbetrieb in Wismar 130 Tiere gettet.

Obwohl das Vogelgrippevirus H5N8 für den Menschen bisher ungefährlich zu sein scheint, gelten
   erhöhte Schutzmaßnahmen. Wer einen cranken oder verendeten Wildvogel findet, sollte
   Directly from Kontakt verden und und die die zuständige Veterinärbehörde wenden. Menschen,
   die mit potenziell infiziertem Geflügel oder Wildvögeln zu tun hatten, sollten die
   Informationen des Robert-Koch-Instituts lesen.

Aviäre Influenza und Schweinepest

Im Gegensatz zum Vogelgrippevirus H5N8 – hier ist noch nie ein Übergang auf den Menschen
   nachgewiesen worden – gab es mit dem Virus H5N1 in den vergangenen Jahren weltweit
   mehr als 800 Menschen, die sich infiziert hatten. In China gab es in der vergangenen Saison verstärkt Fälle, wo sich Menschen mit der aviären Influenzae (H7N9) angesteckt haben.

Die Symptome der aviären Influenza beim Menschen ähneln den den der klassischen Grippeinfektion: Nach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn
   Tagen haben die Patienten plötzlich hohes Fieber, Husten und Atemwegsinfekte. In den darauffolgenden
   fünf bis sieben Tagen entwickeln sie eine schwere Lungenentzündung mit schwerer Atemwegsnot. Fragen zur hochpathogenen aviären Influenza beantwortet das Friedrich-Loeffler-Institut
      .
Detaillierte Informationen bietet außerdem das RKI hier.

Die afrikanische Schweinepest gilt ebenfalls als für den Menschen ungefährlich, für die Tiere aber als hochansteckend.
   Jüngst wurden zwei an der Krankheit verendete Wildschweine in Belgie nahe der deutschen
   Grenze gefunden, Schweinezüchter sind alarmiert. Denn sowohl für Haus- als auch für Wildschweine ist die Krankheit fast immer tödlich. Weitere Informationen gibt das Friedrich-Loeffler-Institut.

Hintergrundwissen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: impfen-info.de, infektionsschutz.de, Robert Koch-Institut.

Notfallplan für Grippe-Epidemie

Was Unternehmer tun können, wenn ihr normaler Betriebsablauf durch eine Grippe-Epidemie
      gefährdet ist, haben das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie
      das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in einem Handbuch zur betrieblichen Pandemieplanung zusammenge Darin finden Unternehmer neben ausführlichen Hintergrundinformationen
      auch mehrere Checklisten, wie sie sich in ihren Betriebsabläufen im Krisenfall am besten verhalten. Zum "Handbuch betriebliche Pandemieplanung".

Diese Seite wurde am 5. Februar 2019 aktualisiert.

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